Budgetplanung für Familien

Veröffentlicht am 16. März 2024 um 16:00

Heute möchte ich mal auf die Frage eingehen, wie man ein Familienbudget erstellt, um eine bessere Kontrolle über die Finanzen zu erhalten und finanzielle Ziele zu erreichen. Das war bei uns gerade auch während der Bauphase, naja eigentlich mit Einzug ins Haus auch immer wieder Thema und ist auch immer wieder Thema den Finanz-Trainings und Beratungen bei Kunden. Davon abgesehen ist es wieder so etwas, das einem in der Schule keiner beibringt, obwohl es ein wichtiges Basic an finanzieller Bildung ist.


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Schritt 1 - Einkommen feststellen

Beginnt immer damit, alle Einkommensquellen eurer Familie zu identifizieren und deren Beträge zu notieren. Also alle Gehälter, Nebeneinkünfte oder andere regelmäßige Einnahmequellen erfassen. Den Zwanni Dividende der vielleicht mal rumkommt, würde ich hier weglassen, da dieses Geld ja wieder arbeiten und nicht ausgegeben werden soll.

Kann man vielleicht durch einen Jobwechsel mehr Gehalt aushandeln? Oder sein „Humankapital“ erhöhen durch bspw. Qualifizierungen, die ein höheres Gehalt rechtfertigen würden? Ich weiß, viele scheuen sich vor dem Gedanken woanders zu arbeiten. Das ist normal, wir alle wollen nicht raus aus unserem gewohnten Umfeld, aber oft werden genau diese Schritte belohnt und bei einem neuen Arbeitgeber hat man bei Neueinstellung häufig mehr Verhandlungsspielraum. Oder kommt es vielleicht in Frage, ein Sidehustle oder eine (nebenberufliche) Selbständigkeit zu probieren? Denkt immer daran, dass Sparsamkeit irgendwann begrenzt ist, Einkommen aber nicht.

Schritt 2 - Ausgaben verfolgen

Überprüft Eure Ausgaben!

Nehmt dafür die letzten Monate und kategorisiert alles. Das können Lebensmittel, Miete/Kreditrate, Versicherungen, Transport, Rückzahlungen von Krediten, Unterhaltung (Netflix etc.) usw. umfassen. Rechnet Eure Ausgaben zusammen errechnet die Differenz zu den Einnahmen. Schaut euch genau an wo Euer Geld hin geht. Was uns damals sehr geholfen hat war Finanzguro.

Schritt 3 - Budgetkategorien festlegen

Basierend auf den Ausgaben solltet ihr dann Budgetkategorien festlegen. Bestimmt für jede Kategorie einen realistischen monatlichen Betrag, den ausgeben möchten oder könnt. Bei uns ist Einkauf für Lebensmittel zB 230€  / 180€ von mir und ca 60€ von meiner Frau. Oder Mobility bei mir: Das sind 50 EUR für mein Bahnticket und 70 EUR fürs Tanken, wenn ich mal mit unserem Family-Auto fahren DARF.

Schritt 4 - Prioritäten setzen

Identifiziert finanzielle Ziele, sei es die Tilgung von Schulden, das Sparen für Notfälle, die Investition in die Bildung der Kinder oder den Kauf eines Hauses. Bei Kreditschulden bin ich immer zweigespalten, ein Haus schneller abzuzahlen macht häufig kaum Sinn, da würde ich persönliche die Sondertilgung immer eher anlegen, um die Bank und die Inflation zu überholen. Wenn es ein Autokredit von 10k ist oder sowas, würde ich es aber schon zügiger abbezahlen, um dieses Geld wieder frei zu bekommen und dann für mich arbeiten zu lassen. 

Setzt Euch Prioritäten, um sicherzustellen, dass Euer verfügbares Budget diese Ziele unterstützt. Und ganz wichtig ist auch die Dauer der Zielerreichung grob festzustecken. Ist das Ziel der Ruhestand, habt ihr Zeit und müsst das Geld nicht auf einem schlecht verzinsten Konto lassen, sondern könnt es vielleicht sogar investieren, damit es für euch arbeitet und schneller ans Ziel bringt. Viele Menschen scheuen sich vor dem Investieren, das ist ein auch eher typisch deutsches Problem in meiner Wahrnehmung, dafür gibt es sogar einen Begriff „german Angst“.

Versteht die große Macht und das auf lange Sicht, geringe Risiko bei breitgestreuten Investments. Das muss gar nicht eine total ausgeklügelte und komplizierte ETF Strategie sein. Keep it simple und nehmt den „dummen“ Markdurschnitt von 8% mit.

Schritt 5 - Sparen automatisieren

Spart smart, not hard!

Automatisiert Sparbeträge, indem ihr Daueraufträge einrichtet oder automatische Überweisungen auf Spar- oder Investitionskonten einrichtet. Dies erleichtert es, regelmäßig zu sparen, ohne darüber nachdenken zu müssen. Und ganz wichtig, Sparen immer Anfang des Geldeinganges, nicht am Ende. Denn machen wir uns nix vor, das Konto ist am Ende immer leer, daher unbedingt dann sparen, wenn noch Geld da ist. Ich habe bei meiner N26 Bank* bspw. Konten für Einkauf, Mobilty, Rente, Haushalt & Versicherungen usw. an der Zahl habe ich dort 10 Konten und genieße obendrein ein paar „gratis“ Versicherungen für bspw. Reisen, Haftpflicht oder Handyschäden. Das sind jetzt keine Premium Top Verträge find ich, aber absolut in Ordnung für fast geschenkt.

Schritt 6 - Flexible Budgets erstellen

Achtet auch auf unregelmäßige Ausgaben wie Urlaub, Geburtstage oder Reparaturen im Haus, indem ihr für diese Ereignisse einen flexiblen Budgetansatz verwendet. Ich benutze für viele solcher Themen wie eben schon erwähnt separate Konten. So z.B. auch ein Geschenke-Pocket (Unterkonto) wo jeden Monat 2% meines Einkommens hineinwandern, für Geschenke usw.

Schritt 7 - Überwachen und anpassen

Überprüft regelmäßig Eure Budgets, beschäftig Euch mit den Ausgaben, um sicherzustellen, dass ihr eure finanziellen Ziele erreicht. Und ganz wichtig, bemogelt Euch nicht selbst. Passt es bei Bedarf an, aber redet oder rechnet euch nichts schön um Budgets aufzuweiten oder Sparziele zu senken. Ihr wollt finanziell vorankommen und Zahlen lassen sich selten beschönigen, seid ehrlich zu Euch und Euren Finanzen.

Schritt 8 - Kommunikation und Zusammenarbeit

Stellt sicher, dass alle Familienmitglieder in den Budgetprozess einbezogen werden. Sprecht gemeinsam über finanzielle Ziele und arbeitet zusammen, um diese zu erreichen. Ohne Teamwork geht hier nichts und es entsteht schnell Frust und Streit. Es wird eine Weile dauern, aber diszipliniert euch. Und gewöhnt euch an das Gefühl permanent pleite zu sein, in dem Wissen, dass ihr es nicht seid. Ich kenne dieses Gefühl zu gut. Darüber habe ich scho einmal vor etwas längerer Zeit geschrieben.

Wenn ihr die ersten Früchte ernten könnt, wie bspw. Dividenden, Zinsen oder andere Ausschüttungen, macht es wirklich Spaß zu sparen. 

 

Meine Empfehlungen

Ich kann Euch hier wirklich die N26 Bank empfehlen.
Hier gibt es u.a. nicht nur die Pockets, also die Unterkonten, sondern auch die Möglichkeit den Einkommensverteiler einzuschalten. Dabei kann man festlegen, dass Einkommen auf dem Hauptkonto ab Summe X zu bestimmten teilen (feste Summen oder prozentuale Summen) an dieses oder jenes Pocket überweisen werden. Außerdem kann man interne Daueraufträge aufstellen, so genannte „Regeln“. Das heißt dann zum Beispiel, überwiese immer am 01. des Monats 120 EUR ans Pocket Mobility. Und auch das Thema aufrunden kann man hier machen. Wann immer ich mit der Karte X,88 EUR bezahle, gehen 0,12 EUR in ein von mir festgelegtes Konto, das klingt nicht viel, läppert sich aber tatsächlich auf meinem Sondertilgungskonto zusammen. Man kann diese "Rockets" auch mit einem Partner oder Freund teilen, das geht alles ziemlich einfach. 
Als Alternative dazu gibt es noch das C24 Konto, dort hat man ähnliche Funktionen. 

 

Das war's wieder für heute.


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